Freitag, 6. Juli 2012

Von Java nach Bali und Lombok

 Mo,25.06.
Weiterfahrt von Bondowoso (Ijen-Plateau) in Richtung Bali, endlich - Bali wir kommen! Das Südseeparadies von dem uns schon soo oft in Reiseberichten und Erzählungen vorgeschwärmt wurde. Hier wird dann auch alles noch besser, die Unterkünfte sauberer, noch mehr Kultur, endlich die Straßen und Städte sauber, die Menschen noch netter, obwohl wir uns das eigentlich gar nicht vorstellen können. Beim Umsteigen am Busbahnhof bekommen wir allerdings schon einen Vorgeschmack auf dessen was auf uns zukommt. Haben wir für das erste Teilstück für 3 Stunden Fahrt von Bondowoso 10.000 Rupiah  gezahlt, sollen wir nun für 2 Stunden 40.000 zahlen. Ich verhandle hart und störe dadurch wohl das öffentliche Gleichgewicht, denn die Stimmung im Bus ist die ganze Fahrt über gereizt und Wilma wird von 3 fetten Pinguinen belästigt, die ihr auf die Pelle rücken und den Sitzplatz beanspruchen auf dem das Gepäck liegt. Vorne, neben dem Fahrer sitzt seine offensichtlich frisch vermählte Braut und die beiden Turteln wie wir das in diesem prüden Land noch nie erlebt haben, selbst für westliche Verhältnisse ist das ein bisschen viel. Zudem fährt der Fahrer nicht schneller als 30 Km/h, offenbar genießt er jede Sekunde mit seiner Angebeteten und will den Moment nicht vorüberziehen lassen.
Schließlich kommen wir dann doch noch am Fährhafen an, aber viel später als gedacht. Nach der kurzen Überfahrt nach Bali, ca. ½ Stunde,  geht natürlich angeblich kein öffentlicher Bus mehr nach Lovina im Norden Balis.

Wir könnten nur noch einen Bus chartern für satte 400.000 Rupiah. Glauben wollen wir das anfangs nicht, aber nach 1 stündigem Fußmarsch zur nächsten Kreuzung und anschließender Hotelsuche sind wir froh noch eine anständige Bleibe kurz vor Sonnenuntergang gefunden zu haben. So hatten wir uns Bali eigentlich nicht vorgestellt, das war leider kein freundlicher Empfang in Bali…
Di, 26.06. Weiterfahrt nach Lovina mit dem öffentlichen Bus. Dies wird allerdings unsere einzige öffentliche Busreise auf Bali bleiben, da man offensichtlich als Tourist nur die Touristenbusse zu benutzen hat.Hotelpreise sind auch happig, wir steigen in einem Hotel mit Pool ab und befinden uns preislich am oberen Ende unseres Budget, qualitativ aber im mittleren Bereich.
Mi 27.06. Nach nur einem Tag in Lovina wollen wir eigentlich gleich wieder weiterfahren, da wir den Touristenrummel nicht gewohnt sind, der Strand dreckig ist und das Wasser offenbar zu großen Teilen aus der örtlichen Kanalisation, oder aus der, der nahen Stadt Singaraja stammt. Am Hotelausgang zum Strand lauern einem Verkäufer auf und drängen einen zum Kauf von Sarongs (Batiktücher) und anderem Nippes (later you buy by me, promis!), außerdem werden allgegenwärtig Delfin-Touren angeboten, bei denen man Delfine bei Ihrer allmorgendlichen Jagt beobachtet, bzw. bedrängt.

Do, 28.06. Kurz vor Abreise laufen wir noch den Strand entlang und entdecken an einem schönen Strandabschnitt eine wunderschöne Villa. Wir fragen ohne große Hoffnung nach dem Preis und können kaum glauben, dass diese Luxusherberge in unser Budget passt. 
Also verschieben wir die Weiterfahrt und können so noch von unserer Privatterasse die kitschigen Sonnenuntergänge fotografieren und das nördliche Inselinnere besichtigen.
Fr, 28.06 Moped gemietet und den Kratersee Batur besichtigt. Beeindruckende Bergstraßen. 

Zufällig noch den Sohn des Regulators Rogul (Traumschiff Surprise) getroffen, der mit seinem zur Zeitmaschine umgebauten Moped und einer unbekannten Beifahrerin unterwegs war...

Angeblich zertifizierte Bio-Kaffee Plantage besichtigt, (ein schäbiger Hinterhof setellt sich später raus) und eine Zibetkatze wird für Demonstrationszwecke in einem winzigen Käfig gehalten, angeblich halten nur die anderen diese Tiere so, um an den begehrten Katzenkot zu kommen aus dem der Sündhaft teure Kopi Luwak hergestellt wird. 
 Später, am Fuße des Vulkans Rinjani auf Lombok kaben wir dann echten Ziebetkaffee gefunden, na denn Prost!
Sa, 29.06. Bin schon vor Sonnenaufgang wach und möchte die wunderschöne Morgenstimmung genießen, allerdings weit gefehlt, da der alltägliche Delfinwahnsinn seinen Lauf nimmt und hunderte im Halbdunklen versuchen ihr richtiges Boot zu finden. Ok, das war‘s dann, bye bye Lovina, wir werden Dich wohl nicht mehr wiedersehen. 
Kannte Lovina wahrscheinlich noch aus besseren Zeiten...
Weiterfahrt nach Ubud, der Perle und Kulturhauptstadt Balis, natürlich nur im Touristenbus möglich. Leider befällt uns auch selbst hier nicht wirklich das Bali Fieber, da die Stadt komplett bebaut ist, dafür aber trotzdem schön:

Durch einige wenige freie Flächen kann man hinter der Häuserreihe die ehemals wunderschöne Landschaft erahnen, vor allem aber auch im Affenwald. 

Abends noch eine Gamelanvorführung genossen.
So, 30.06. Moped gemietet und die Umgebung von Ubud erkundet, ist wirklich eine sehr schöne Gegend. Abends zeigt sich von unserer Terasse erstmals der höchste Vulkan Balis, Gunung Agung.
Mo, 01.07. Weiterfahrt zum Hafenstädtchen Padang Bay von dem aus die Fähren nach Lombok fahren und das laut Reiseführer einen wunderschönen Strand besitzt und einen echten Backpacker vibe ausstrahlt. 
Leider ist von dem Strand nicht mehr viel übrig, da dort eine Armada von Speedbooten vertäut sind, die täglich eine stattliche Anzahl von Touristen auf die winzig kleinen Gili Inseln chauffieren. 
Kein Speedboot, aber ein schönes Motiv, im Hintergrund der völlig überlaufene Fähranleger
 Nach intensiv durchgeführten buddhistischen Übungen der Gelassenheit und Selbstreflektion überwinden wir den panikartigen Fluchtreflex und beschließen nicht sofort nach Lombok überzusetzen, sondern setzen die Besteigung des Vulkans Gunung Agung am nächsten Morgen an erste Stelle unserer Agenda. 

Di, 02.07. Endlich ist Bali so wie wir es uns vorgestellt haben. 
Die Tempel sind einsam und trotzdem geschmückt, die wenigen Einheimischen die wir treffen sind freundlich und wollen uns nichts verkaufen. Sie kommen vom Kraterrand und haben ihren Göttern geopfert und dafür die äußerst steile und beschwerliche Bergwanderung auf sich genommen.


 Nach dieser Tour sind wir mit Bali versöhnt und können beruhigt nach Lombok übersetzen.

Mittwoch der 03.Juli 2012, Überfahrt nach Lombok - nach 5 ½ Stunden in schwerer See die Wallice-Linie überquert und sind von nun an ausschließlich von australischer Tierwelt umgeben ;-)

In Lombok angekommen, wieder keine öffentlichen Verkehrsmittel in Sicht, also Mini-Bus chartern und beim Handeln hart geblieben… Kurz nach Überquerung der Ortsgrenze von Senggigi, unserem kurzfristig geänderten Etappenziel, bleibt nun der Fahrer hart und fährt uns nicht mehr weiter zu den Windy Beach Cottages, der hastig im Guidebook herausgesuchten Bleibe. Den ursprünglichen Plan, auf die „traumhaft“ einsame Halbinsel zu fahren, haben wir in Anbetracht der örtlichen Transportbedingungen erst mal nach hinten verschoben. Nach Besichtigung mehrerer Bleiben zu Fuß fahren wir dann doch noch, zu einem vernünftigen Preis mit dem Sammeltaxi zu den Windy Beach Cottages. Diese heißen nun allerdings höchst verdächtig plötzlich Windy Beach Ressort... und bei Erfragen des Übernachtungspreises müssen wir erst mal schlucken. Alle Register des Handelns und Feilschens werden gezogen, aber Hassan der freundliche Manager der übrigens gut Deutsch kann kennt sie alle und bleibt bei seinem Preis. Wir bleiben also vor Ort und gönnen Hassan seinen Verhandlungstriumph, der vor allem darauf begründet ist, dass wir nun ca. 3Km von Senggigi entfernt sind, umgeben von Luxus Ressorts und die Nacht soeben hereinbricht.
Do, 04.07. Alles super, das Ressort ist sehr schön und der Pool und Strand lassen nichts vermissen. Direkt vom Strand weg haben wir am Morgens wunderschön geschnorchelt, aber die weitere Planung der Zukunft ist noch ungewiss. Wir haben 3 Alternativen ausgemacht, 1. noch eine Nacht bleiben, allerdings strapaziert dies unser Budget und wir sind dann noch keinen Schritt weiter und müssten in Senggigi doch noch eine erschwingliche Unterkunft finden. 2. Mit einem gecharterten Minibus relativ teuer nach Kuta Lombok in den Süden fahren, allerdings haben wir dann wieder das gleich Problem wie vor Ort, die Suche nach einer angenehmen Bleibe lässt sich so nicht bewerkstelligen. 3. Mieten eines Mopeds und auf eigene Faust in den Süden fahren. Allerding müssten dann 2 Personen und 4 Rucksäcke auf’s Moped, das geht nicht. Ich suche das Gespräch mit Hassan und lege alle Karten auf den Tisch.
Hassan sieht kein Problem in der 3. Option und ruft gleich einen Vermieter an, der uns ein robustes Moped vorbeibringen soll. Kurz nach Abfahrt entdecken wir noch am Ende dieses wunderschönen Strands, traumhafte Bungalows die in unser Budget passen, fahren aber trotzdem weiter in den Süden, da nur eine Nacht etwas frei wäre.




 Nach anfänglichen Bedenken ob wir mit den ganzen Gepäck auf den Scooter passen, Rainer kleiner Rucksack am Bauch, Wilma kleiner Rucksack am Bauch, großer am Rücken und der zweite Große vorne auf dem Fußtritt, brausen wir bewaffnet mit 2 GPs, Handy und Garmin, Richtung Süden. 
Hier fehlt dem Navigator allerdings noch der Fahrer
Wir kommen sogar sicher durch den chaotischen Straßenverkehr von Lomboks Hauptstadt Mataram, dann weiter zum Flughafen, bis wir durch ein eigenartig schlingerndes Fahrgefühl mitten im gefühlten niergendwo zum Stehenbleiben gezwungen werden - Reifenpanne! Zum Glück gibt es in Indonesien an jeder Ecke einen Mopedschrauber, zumindest wenn man so dahinbraust. Aber tatsächlich, nach ca 15 Minuten schieben finden wir eine "Werkstatt" und ein kleiner Junge, noch keine 10 Jahre alt, wechselt uns in Windeseile den Reifen, ohne das Rad zu demontieren. Die ganze Kinder-Gang und wir haben riesen Spaß und verständigen uns mit 3 Worten indonesisch und 5 Brocken englisch. 

Nach 3 Stunden ohne weitere Zwischenfälle gelangen wir nach Kuta Lombok. Wir suchen ein bisschen herum, finden auch eine passende Bleibe und beenden den Tag mit einem leckeren Fischessen.
Fr.05.07
Strandbesichtigung der östlichen Strände Pantai Segar, Batu Kotak Felsen, Tanjung Aan

Sa. 06.07
 Wechseln Unterkunft, da zu viele Mücken und Kakerlaken, 
Weitere Erkundungsfahrt in Richtung westliche Strände. Wunderschöne Landschaft und allgegenwärtig drollige Wasserbüffel. 

Äußerst kaputte Strassen. Im Westen wird Goldhaltige Erde geschürft und kleine Betriebe haben Rotationstrommeln in denen Gold gewonnen wird.  
So.06.07
Selong Balank Mawi, erneuter Traumstrand, treffen australische "Surfer" beim Fotoshooting, man beachte die beeindruckende Brandung ;-)
 Ein Schiff landet an und hat glück beim Fischfang gehabt. Die Ladung wird schnell gelöscht. Wir essen später frischen Fisch an einer Strandbar!
 dann noch zum Mawun Surfstrand und zum Schluß noch erneut am Strand von Mawan eine leckere Ananas. (Hat noch einer den Überblick über die Strände ;-))
Hier gehts zum Webalbum:
https://picasaweb.google.com/108307429153318935662/BlogBaliUndLombok?authuser=0&authkey=Gv1sRgCM6xucSXjLm8mAE&feat=directlink

Samstag, 23. Juni 2012

Java: Solo bis Ijen-Plateau


Nach erneuter Beschwerden bezüglich Lesbarkeit des Blogs, nun wieder in "normaler" Leserichtung! 
Weitere Fotos gibts hier: 
https://picasaweb.google.com/108307429153318935662/BlogSoloBisIjenPlateau?authuser=0&authkey=Gv1sRgCJrOvb321cOBEQ&feat=directlink 

Montag,11.06.2012 wir sind in Solo, oder auch Surakarta.
Kleiner Palast besichtigt mit netter Führung unter anderem wurde uns ein goldener Keuschheitsgürtel für Männer präsentiert (leider war fotografieren nicht erlaubt), danach gemütlich Kaffee getrunken im Omah Sinten Heritage Hotel, versucht den großen Palast zu besuchen, aber schon zu spät da er um 2 Uhr schließt, soll aber eh nicht so beeindruckend sein. 
Dann noch durch den Kleber Basar gestromert um Bartiksachen zu kaufen, wurden aber nicht fündig, weil wir den  Überblick verloren haben. 
 
Nachmittags Weiterfahrt nach Tawangmangu am Fuße des Vulkans Lawu. Das Taxi zum Busbahnhof fährt uns 11/2 Stunden in die Berge für kaum mehr als der Bus und so kommen wir noch bei Tageslicht an und werden direkt zum Hotel gefahren. Hotelzimmer sehr angenehm und endlich wieder ein westliches Bad mit Heißwasser und Klo Spülung.
Di 12.06.12
Wanderung zum örtlichen Wasserfall, unverschämt 10 facher Eintrittspreis als Einheimische. Dann weiter zum Candi Sathu, an den Hängen des Lawu durchs hügeliges Gelände, welches Terrassiert ist auf dem Reis, Tee und Gemüse gepflanzt wird. Der Tempel ist eine Besonderheit, aufgrund seiner pyramidenförmigen Bauweise die an die Maya Tempel in Südamerika erinnert. 
Phallische Darstellungen und detailreiche Basisreliefs weisen auf einen tandrisch/hinduistisch Geheimkult hin...

Eintrittspreis haben wir geprellt, da wir über die Felder dorthin gelangt sind und das Wärterhäuschen gar nicht gesehen haben. Am Parkplatz verlangen die Mopedtaxies unverschämte Preise für die Weiterfahrt zum 2ten Tempel, Candi Cetho. Wir gehen einen Kilometer weiter runter ins Dorf und werden mit 2 Burschen für den halben Preis einig. 

Die Fahrt ist länger als gedacht und es geht sehr steil hinauf. Die Tempelanlage ist ebenfalls sehr interessant und größer, aber weniger detailreich verziert. 

Rückfahrt zum Ausgangsort und im schönen Obstmarkt Schlangenhautfrüchte (Salak), Bananen und eine Avocado  gekauft.
Mi 13.06.12
Besteigung des Vulkans Lawu, 3265m. 
Sind nicht sicher wie wir zum Ausgangsort der Wanderung gelangen und fragen im Hotel nach. Ist offenbar sehr schwierig und wir müssen einen Wagen mit Fahrer mieten. Na ja, wir verlieren erst mal nicht die Nerven und gehen in Richtung Busbahnhof. Der zweite Minibus den wir heranwinken hält an und ist froh uns für den regulären einheimischen Preis auf die Passhöhe zu fahren. In Aussicht auf einen Wolkenverhangenen Aufstieg und keine Fernsicht planen wir am Gipfel zu übernachten um wenigstens bei Sonnenaufgang in den Genuss einer schönen Sicht zu kommen. Aber es ist allerdings beste Sicht und keine Wolke verdeckt die Sicht auf die umliegende Landschaft. 
Beim Anblick der Schutzhütten sind wir heilfroh, dass die mitgeschleppte Hoteldecke im Rucksack bleiben darf und nicht zum Einsatz kommen muss…
Beim Abstieg hilft das GPS den richtigen Track zu finden, da wir auf einem Rundweg absteigen, der allerdings deutlich länger und ziemlich verwildert ist und Wilma ein herunterhängender Ast fast KO schlägt. Unten angekommen beglückwünscht ein Guide zu dem sensationellen Wetter. Es ist schon ca.17 Uhr und dämmert bereits, so dass nur noch wenige Fahrzeuge auf der Passstraße unterwegs sind. Zum Glück fährt aber gerade ein Taxi vorbei und wir können es stoppen. Der Taxler ist auf Leerfahrt zurück nach Solo und fährt uns für den üblichen Preis zurück zum Hotel während er uns sämtliche deutschen Fußballspieler aufzählt und uns zum Abschied unserer Mannschaft noch viel Glück für das nächtliche Spiel gegen Holland wünscht.
Do, 14.06.12
Deutschland hat mit 2 zu 1 gewonnen, aber im Gegensatz zu unserem Taxler der das Spiel bestimmt live gesehen hat wie übrigens fast alle Indonesier, haben wir das nur aus dem Internet. In der Nacht noch eine böse Schädelschmerz Attacke gehabt, vielleicht die viele Sonne, oder die Schwefeldämpfe, wer weiß.
Heute aber alles wieder gut und wir fahren weiter an den Strand von Pacitan.
Nach 7 Stunden unterwegs kommen wir endlich gegen Abend am Strand von Pacitan an. Wir lassen uns an der Straße zum Strand absetzen und gehen in Richtung „Happy Bay Beach Bungalows“, laut Reiseführer die einzigen Bungalows am Strand. Beim Entrichten der üblichen Strandgebühr erfahren wir allerdings, dass die Anlage dicht gemacht hat, glücklicher Weise hat jedoch eine andere Unterkunft neu eröffnet, ca. einen Kilometer weiter am Strand entlang zum Harrys Oceanhouse, eine nette neue kleine Bungalowanlage mit offener Küche unter Französisch Indonesischer Leitung, wir haben uns dort sofort wohlgefühlt.
Fr, 15.06.12
Ein fauler Tag mit Strand und Wäsche waschen.
Sa, 16.06.12
Mopedfahrt in die Berge über unvorstellbar holprige, kaputte und steile Straßen zu einem einsamen Traumstrand, an dem wir viele bunte Muscheln sammeln, da er leider wegen der Brandung nicht zum Schwimmen ist.
So, 17.06.12
Mit dem Moped an zwei traumhafte Surferstrände durch wunder schöne Landschaft leicht hügeliger Wald aber leider wieder nix zum Schwimmen, aber an einer flachen Stelle können wir zumindest dümpeln. 

Anschließend besuchen wir die Höhle Goa Gong, eine äußerst große Tropfsteinhöhle, die leider völlig überlaufen ist, weil Sonntag ist, deshalb müssen wir uns eher durch die Höhle durchschieben, das Klima war leider auch sehr tropisch, sprich heiß und feucht.
Weiterfahrt zur Goa Tabuhan, die Musikhöhle, da hier gegen Entgelt auf den Stalagtiten grauslich schlechte Gamelan Musik gespielt wird. Wir haben "Glück" und können einer Vorführung für Einheimische beiwohnen. Am Abend  fahren wir noch am Fischerhafen vorbei und schauen zu wie eine Ladung Tintenfische von düsteren Gestallten gelöscht wird.
Mo, 18.06.12
Strandtag, leider ohne Kamera, da wir auf eine gestrandete Seeschlange stoßen, schwarz-gelb geringelt, also wahrscheinlich ein bischen giftig??? Sie schnappt noch mit letztem Aufbäumen nach uns als wir sie uns genauer betrachten wollen und mit Stöckchen in Position bringen...  Später sehen wir dann noch eine braun-schwarze Landschlange die sich ins Meer stürzen will... Sachen gibts!?
Di, 19.06.12
Weiterfahrt nach Malang am Fuße des Mount Bromo. Am Morgen bringen uns noch zwei Jungs auf Motorrädern zum Busbahnhof. Beim Absteigen bleibe ich irgendwo hängen und wanke mit dem schweren Rucksack in Richtung einer ganzen Reihe abgestellter Mopeds. Zum Glück stürzt nur eines um, allerdings ist das Schutzblech gebrochen. Nach allgemeiner Aufregung und viel Geschwätz und rumhandeln zahlen wir 10 € und können in Ruhe auf den Bus warten. Mit dem Bus ewig über ein Gebirge nach Jombang, dort nach 6 Stunden Fahrt nahtlos umsteigen in einen Minibus der um einen Vulkan herum in auf und ab nach weiteren 3 Stunden in Malang ankommt. Dort kommen wir im Hotel Splendid Inn unter, etwas heruntergekommen aber in einem netten Kolonialgebäude und relativ sauber.
Mi, 20.06. Stadtbesichtigung und Tour zum Bromo organisieren, alle zu teuer und abgesprochener Einheitspreis. Frustriert im Toko Oen gegessen alteingesessenes Kolonial Restaurant, verkaufen selbst gemachtes Eis, eine Winzlings Kugel für  3 Euro. Am Abend noch eine Mopedverleih ausgemacht, der aber schon um 5 Uhr geschlossen hatte.

Do. 21.06. Moped gemietet, im Hotel ausgecheckt und uns in Richtung Bromo durch höllischen Straßenverkehr mit kleinem Gepäck aufgemacht . In Wonokitri angekommen auf 2200 m ist es sau kalt und am Ende regnet es. Herberge gesucht, sehr einfach bei freundlicher Familie die auf dem Weg zu einem Fest sind untergekommen und erst einmal zum aufwärmen ins Bett und geschlafen. Am Abend hat es aufgehört zu regnen und wir sind noch zum Bromoausichtspunkt gefahren, so sahen wir den Bromo menschenleer im Abendlich, echt romantisch.

Am Abend bekommen wir noch ein leckeres Nudelsüppchen von unseren Herbergseltern.

Fr. 22.06. Um 4 Uhr morgens aufgestanden und warm eingepackt zum Gunung Penanjakan 2770 m gefahren, eine guter Ausichtsberg für den Sonnenaufgang über den Bromo. 
 Dort war so ein Trubel, dass man kaum einen guten Platz auf der Ausichtsterrase bekommen hat. 
 Beeindruckend war auch die Anzahl an  4x4 Toyota Jeeps altes Model mindestens 100 Stück die den Weg auf den Berg machten , wo man auch mit einem normalen Skooter hinauf kommt. Nun in der Kälte auf den Sonnenaufgang gewartet, man hätte Handschuhe gebraucht. Der Sonnenaufgang war dafür aber wirklich beeindruckend. 


Anschließend zog die ganze Jeep Karawane einen steilen Pfad hinunter weiter in das Kraterbecken zu Füßen des Bromo. Wir mussten Tanken und fuhren mit unserem Skooter in einem Abstand hinterher. 

Nun stiegen wir zum Kraterrand des Bromos über Treppen in der Schlange auf und ab besichtigten den Tempel zu Füßen des Bromo und fuhren desmal einsam in der Sandwüste weiter um den Bromo herum.


Wir verlassen den Krater bei Ngadas und sehen erneut einen kleinen Ausbruch des Gunung Semeru (die kleine weiße Wolke) 

Am Rückweg schauen wir uns wal wieder einen Wasserfall und den Candi (Tempel) Kidal an. Nach der Bromo Umrundung kehren wir zurück nach Malang ins Hotel Splendid Inn.Später am Abend suchen wir noch den Busbahnhof auf um die Weiterfahrt zu organisieren, was mehr verwirrt als hilft.

Sa. 23.06. Mit Taxi zum Busbahnhof dann nach Probolinggo ein berüchtigter Touristen Abzocker Bahnhof. Werden dort natürlich auch übers Ohr gehauen müssen den doppelten Preis nach Bondowoso zahlen. Die Fahrt dauert mit den lokalen Bussen insgesamt 8 Stunden. In Bondowoso steigen wir im Hotel Palm ab, ein sehr modernes saubers Hotel und wollen noch eine Tour zum Idjen Plateau organisieren. Aber auch hier gibt es nur untereinander abgesprochene überteuerte Preise für die Tour, keine Mopeds zu mieten nur Autos mit Fahrer für 60 Euro, wir lehnen dankend ab und gehen schlafen. In der Nacht klopft es dann an unsere Tür, ein junges französisches Pärchen möchte sich mit uns das Auto mit Fahrer teilen, wir stimmen zu, Aufbruch mal wieder früh um 4 Uhr.

So, 24.06.
Kurz vor 4 stehen wir in der Lobby und erhalten sogar noch eine Frühstücksbox und einen Kaffee. Danach geht’s los, Sarah, unsere französische Begleiterin sitzt vorne und versucht, wie wir später von ihr erfahren, krampfhaft den Fahrer am Einschlafen zu hindern. Wir wundern uns nur dass wir an so mancher Abzweigung vorbei fahren, manche Kurven erst im letzten Moment eingelenkt werden und der dritte Gang für alle Fahrsituationen herhalten muss, also auch zum Anfahren am Berg…
Zumindest sind wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang im Krater und sehen die bezaubernde Landschaft in der gerade Nebelschwaden über die üppigen Kaffeesträucher ziehen. 
 Ein Bild wie aus der Fernsehwerbung und ich wäre sicherlich nicht erstaunt gewesen wenn sich plötzlich aus dem Off eine einprägsame Melodie eingeschaltet hätte und eine sanfte dunkle Stimme mir mit warmen Worten die wohltuend anregende Wirkung eines Tässchen dieses vorzüglichen Stöffchens anpreisen würde…
Kurze Zeit später stehen wir am Ausgangspunkt unserer Wanderung und sehen schon die ersten Körbe voll Schwefel, die im Krater abgebaut werden und von Trägern mühevoll zu Tal getragen werden. 


Da soll einer sich nochmal über seinen Job beschweren...
Nach ca. 2 Stunden Aufstieg stehen wir am Kraterrand und sehen in den Türkis schimmernden Kratersee hinab. 
 
Während wir hinabsteigen hüllen uns die dicken Schwefelschwaden ein und in Mund und Nase macht sich die Schwefelsäure bemerkbar. 

Unten sehen wir die Arbeiter bei ihrem Tagesgeschäft und sind auch bei ihnen froh nicht ihren Job machen zu müssen!



Nach dem Krater fahren wir noch auf eine Kaffeefarm und bedauern, dass wir nicht in diesem wunderschönen Hochplateau übernachtet haben. Aber das kann ja vielleicht später noch kommen.

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